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1907

Gründung des Deutschen Werkbunds

In München schlossen sich Künstler, Architekten, Unternehmer und Gestalter zusammen, um die Qualität industriell gefertigter Produkte zu verbessern. Peter Behrens entwarf als erster Corporate Designer das gesamte Erscheinungsbild der AEG – von der Architektur bis zum Briefpapier.

1919

Staatliches Bauhaus Weimar

Walter Gropius gründete die einflussreichste Designschule des 20. Jahrhunderts. Die Verschmelzung von Kunst und Handwerk, die Betonung von Funktionalität und die Entwicklung einer neuen Formensprache prägten Generationen von Gestaltern weltweit.

1925

Umzug nach Dessau

Das neue Bauhausgebäude wurde zum Manifest gebauter Moderne. Marcel Breuer entwickelte hier den legendären Stahlrohrsessel, Marianne Brandt gestaltete ikonische Metallarbeiten. Die Werkstätten produzierten nun für die Industrie.

1933

Schließung und Emigration

Die Nationalsozialisten erzwangen die Schließung des Bauhauses. Viele Meister emigrierten in die USA und trugen dort zur Verbreitung moderner Gestaltungsprinzipien bei. Ludwig Mies van der Rohe baute in Chicago, Josef Albers lehrte in Yale.

1953

Hochschule für Gestaltung Ulm

Max Bill, Inge Aicher-Scholl und Otl Aicher gründeten eine neue Designschule mit wissenschaftlichem Anspruch. Hier entstand die systematische Gestaltungsmethodik, die deutsche Produkte von Braun bis Lufthansa prägte.

1961

Dieter Rams bei Braun

Als Chefdesigner formulierte Rams seine zehn Thesen für gutes Design. Seine Entwürfe für Braun – von der Phonosuper-Kombination bis zum Taschenrechner ET66 – wurden zu Klassikern und inspirierten später die Apple-Ästhetik.

1968

Ende der HfG Ulm

Trotz ihres kurzen Bestehens hinterließ die Hochschule bleibende Spuren. Alumni prägten das Design bei Unternehmen wie Siemens, Rosenthal und im öffentlichen Erscheinungsbild der Olympischen Spiele München 1972.

1990er

Neue deutsche Designgeneration

Designer wie Konstantin Grcic und Stefan Diez knüpften an die Tradition funktionaler Gestaltung an, interpretierten sie aber mit neuer Freiheit. Deutsches Design blieb international einflussreich und wurde für seine Reduktion geschätzt.

Heute

Nachhaltigkeit und Digitalität

Aktuelle deutsche Designer verbinden die Tradition der Funktionalität mit Fragen der Nachhaltigkeit und digitalen Transformation. Die Grundsätze von Ehrlichkeit und Langlebigkeit gewinnen neue Relevanz in einer Zeit des Überflusses.

„Form follows function – that has been misunderstood. Form and function should be one, joined in a spiritual union."

— Frank Lloyd Wright, über den Einfluss deutscher Designprinzipien

Die Menschen hinter frost-quartz

Designhistoriker, Kuratoren und Vermittler mit Leidenschaft für deutsches Industriedesign.

Portrait eines Designhistorikers

Dr. Thomas Bergmann

Gründer und Designhistoriker

Promoviert über den Deutschen Werkbund. Zehn Jahre Kurator am Deutschen Architekturmuseum Frankfurt.

Portrait einer Kuratorin

Marlene Fischer

Kuratorin und Autorin

Spezialisiert auf die HfG Ulm. Veröffentlichungen in Form, Design Report und Architectural Review.

Portrait eines Workshop-Leiters

Julian Weber

Workshopleitung

Industriedesigner mit eigenem Büro in München. Entwickelt unsere praktischen Seminarformate.

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